Hochschule RheinMain
SALAM BERESOON
In ihrem melancholischen Kurzspielfilm verweben Roya Ghanavati und Theresa Philine Kramer Gegenwart und Vergangenheit. Alte VHS-Aufnahmen eines fröhlichen, tanzenden Kindes verschränken sich mit den ruhigen, beinahe statischen Bildern einer jungen Frau, die den Blick ihres Vaters sucht: Manoush, die nach Frankfurt gekommen ist, um ihrem Baba von ihrer Depression zu erzählen. Zwischen beiden entfaltet sich eine Stille, die ebenso ausdrucksstark ist wie jedes Wort. Kamera und Ton lassen Pausen, Blicke und Atemzüge sprechen; die Distanz wird körperlich spürbar. Ein Film über Erinnerung, Identität und Zugehörigkeit – und über das, was bleibt, wenn zwei Menschen sich so sehr lieben, dass sie einander kaum erreichen können.
Anna Ghezelbash